Murau

 
#Systemkraftwerk Murau: Regionales Energiesystem für 100 % erneuerbare bedarfsgerechte Energiebereitstellung.
Das #Reallabor Murau treibt die Region Murau als 100% erneuerbares regionales Systemkraftwerk voran. Durch die Vernetzung dezentraler Energieerzeugung und intelligenter Steuerung kann eine planbare und bedarfsorientierte Versorgung gelingen. So können inneralpine Gebiete eine wichtige Rolle beim Export von Energie übernehmen. Das schafft ein sicheres, resilientes, demokratisches und wirtschaftliches Energiesystem: Flexibel, regional wertschöpfend – und auf andere Regionen übertragbar.

Was ist das #Reallabor Murau?

Im #Reallabor Murau wird ein integriertes regionales Energiesystem auf Basis von 100 % erneuerbaren Energien entwickelt und praktisch erprobet.

Dabei wird erstmals eine ganze Region als kooperatives Energiesystem betrachtet: Erzeugungsanlagen, Speicher, Netze, Verbraucher und Flexibilitäten werden gemeinsam analysiert und gesteuert – über einzelne Energieträger, Anlagen oder deren Einzeloptima hinaus.

Damit geht das Reallabor einer zentralen Frage der Energiewende nach: Wie kann eine Vielzahl dezentraler erneuerbarer Anlagen so koordiniert werden, dass Energie verlässlich und bedarfsgerecht verfügbar ist?

Der Ansatz des Reallabors lautet „Systemkraftwerk". Viele einzelne Anlagen – etwa Wasserkraft, Biomasse, Windkraft, Photovoltaik oder Speicher – werden digital miteinander verbunden und gemeinsam gesteuert. So entsteht aus vielen dezentralen Komponenten ein integriertes Energiesystem.

Das Reallabor soll prototypisch zeigen,

  • dass Klimaneutralität auf regionaler Ebene bereits heute möglich ist und 
  • wie inneralpine Regionen zu verlässlichen Energielieferanten für überregionale Märkte werden können.

Wo findet das #Reallabor Murau statt?

Das #Reallabor Murau ist in der Region bzw. im Bezirk Murau in der westlichen Obersteiermark angesiedelt und ist durch seine inneralpine Lage geprägt. Die Region verfolgt bereits seit 2003 das Ziel, sich bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen – einschließlich Mobilität. 

Durch den Ausbau von Wasserkraft, Biomasse, Windenergie und Photovoltaik wurden bereits große Fortschritte erzielt: Die Region erzeugt jährlich rund 500 GWh Strom und 200 GWh Wärme aus erneuerbaren Quellen. Da der regionale Strombedarf jedoch nur bei etwa 130 GWh liegt, wird schon heute ein großer Teil der erneuerbaren Energie exportiert.

Das #Reallabor Murau baut auf diesen Voraussetzungen auf und untersucht, wie diese Energie künftig noch besser integriert, gespeichert und bedarfsgerecht bereitgestellt werden kann.

Wer arbeitet im #Reallabor Murau zusammen?

Im Zentrum steht ein regional-kooperativer Ansatz: Die Region selbst wird zur gestaltenden Akteurin der Energiewende. Eine zentrale Rolle übernimmt die Holzwelt Murau, ein Verein für Regionalentwicklung im Bezirk Murau. Als langjährig etablierte Organisation betreut sie unter anderem Programme wie LEADER, KLAR! oder Klima- und Energie-Modellregionen und verfügt über umfassende Erfahrung in regionalen Entwicklungsprozessen.

Gemeinsam mit Unternehmen, Energieversorgern, Forschungseinrichtungen und weiteren regionalen Stakeholdern arbeitet das Reallabor daran, neue Lösungen für ein integriertes erneuerbares Energiesystem zu entwickeln und zu erproben.

Wie ist das #Reallabor Murau aufgebaut?

Das #Reallabor Murau wird von zwei eng miteinander verbundenen Elementen getragen:

  • #InnoLab Murau – das Innovationslabor  
  • #Systemkraftwerk Murau – das Leitprojekt

Das Innovationslabor fungiert als strategische Drehscheibe für die Entwicklung neuer Strukturen, Rollen und Kooperationsformen in einem erneuerbaren Energiesystem. Im Mittelpunkt steht ein kooperativer Ansatz, der die Region als Ganzes betrachtet – nicht einzelne Anlagen oder Energieträger. Ziel ist es, regionale Akteure zu vernetzen, neue Projekte anzustoßen und die Entwicklung des Systemkraftwerks langfristig zu begleiten.

Im Leitprojekt werden konkrete technische und organisatorische Lösungen für ein integriertes, bedarfsgerechtes Energiesystem entwickelt und getestet. Dazu zählen unter anderem digitale Modelle des regionalen Energiesystems („digitaler Zwilling"), neue Formen der Sektorkopplung sowie innovative Geschäftsmodelle und Rollen im Energiemarkt. 
Die Vision: Inneralpine Regionen können künftig als Systemkraftwerke mit Leistungen von rund 120–240 MW agieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit erneuerbaren Energien leisten.

Welche Unterstützung bietet das #Reallabor Murau?

Das #Reallabor Murau unterstützt Regionen, Unternehmen und weitere Akteure dabei, innovative Lösungen für ein integriertes erneuerbares Energiesystem zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen. Das Angebot umfasst insbesondere:

  • Aufbau und Planung integrierter regionaler Energiesysteme
  • Schaffen eines 100% erneuerbaren bedarfsgerechten Systemkraftwerkes gemeinsam mit den Menschen und deren Erzeugungsanlagen 
  • Energiesystemplanung mit Fokus auf Strom, Wärme, Gas/Wasserstoff
  • Methodische Analyse und Optimierung von Systemwechselwirkungen
  • Entwicklung und Test von Prototypen und Modelllösungen
  • Konzeption, Aufbau und Test von Power-to-Power-Flexibilitätslösungen
  • Entwicklung und Demonstration von Power-to-Gas(-to-X)-Anwendungen
  • Entwicklung und Demonstration von Biomasse-Wärme-Flexibilitätslösungen
  • Digitale Energiesystemmodellierung
  • Erstellung eines digitalen Zwillings des Systemkraftwerks Murau
  • Simulation, Skalierung und Bewertung zukünftiger Systemarchitekturen
  • Energiemarkt- und Geschäftsmodellentwicklung
  • Bedarfsgerechter Energieexport in die Ballungsräume
  • Entwicklung neuer Rollen für regionale Akteure
  • Entwicklung und Prüfung von kooperativen Geschäftsmodellen
  • Unterstützung regionaler Stakeholder bei der aktiven Teilnahme am Energiesystem
  • Stakeholder-Einbindung und Prozessbegleitung
  • Moderation und Gestaltung von partizipativen Prozessen
  • Begleitung der regionalen Akteure beim Einbringen ihrer Energie-Assets
  • Aufbau von Kooperationsnetzwerken in der Region
  • Kooperative Lösungen Schritt für Schritt ausrollen – jede Anlage und jede Flexibilität leistet dazu ihren Beitrag
  • Wissens- und Technologietransfer
  • Organisation von Wissensvermittlung, Workshops und Schulungsformaten
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für nachhaltige Energie und regionale Entwicklung
  • Wissensvernetzung und -transfer über die am Projekt beteiligten Forschungseinrichtungen und Unternehmenspartner

Wie kann ich mich aktiv beteiligen?

Die Energiewende in Murau lebt von der aktiven Mitwirkung der Region. Bevölkerung, Betriebe, Gemeinden und Anlagenbetreiber*innen sind eingeladen, sich einzubringen und die Entwicklung des regionalen Energiesystems mitzugestalten.

Das Reallabor baut dabei auf bestehenden Beteiligungsformaten wie LEADER, KLAR! und Klima- und Energie-Modellregionen auf und entwickelt diese gezielt weiter. Gemeinsam werden Ideen entwickelt, Projekte initiiert und konkrete Lösungen umgesetzt – von der Einbindung bestehender Energieanlagen bis hin zu neuen Konzepten für Produktion, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie.

Das #InnoLab Murau unterstützt als zentrale Anlaufstelle bei der Vernetzung, Moderation und Umsetzung von Projekten und begleitet die Beteiligten Schritt für Schritt im Prozess.
Werden Sie Teil der Energiewende: Informieren Sie sich über aktuelle Beteiligungsmöglichkeiten, bringen Sie eigene Ideen ein oder nehmen Sie an Workshops, Programmen und Aufrufen – etwa zu Ideenwettbewerben für innovative Energielösungen – teil.

Erste Ergebnisse und Erfolge aus der Praxis

Im Rahmen des #Reallabor Murau hat die Murauer GreenPower eGen mit der EEG Murau eine der ersten intelligenten regionalen Energiegemeinschaften aufgebaut. Seit der Registrierung als offizieller Marktteilnehmer und der Anbindung an die Marktkommunikation läuft der Energieaustausch zwischen den Teilnehmer:innen automatisiert und datensicher.

Pilotbetrieb mit 10 Teilnehmern

Die EEG Murau startete 2025 mit zehn privaten Haushalten. Gemeinsam wurden Einspeisetarife, Bezugspreise und die dynamische Stromzuteilung festgelegt. Die ersten Energieaustausche fanden im Mai 2025 statt.

Echtzeitdaten & intelligentes Lastmanagement

Damit Stromüberschüsse bestmöglich genutzt werden können, wurden alle Teilnehmer:innen mit Smart Meter Readern ausgestattet. Diese Geräte übertragen jede Minute Daten zu Produktion und Verbrauch an eine digitale Plattform.

Dadurch können steuerbare Geräte – etwa Warmwasserboiler, Batteriespeicher oder E Ladestationen – automatisch dann aktiviert werden, wenn Überschussstrom in der Gemeinschaft vorhanden ist. Das erhöht den Eigenstromverbrauch, steigert die Energiesouveränität und entlastet das Stromnetz.
 
Nutzen für die Region

Das Projekt zeigt, wie erneuerbare Energien in der Praxis optimal genutzt werden können:

  • Höherer Eigenversorgungsgrad durch Nutzung von lokalem Überschussstrom
  • Netzentlastung in Spitzenzeiten
  • Vorbildwirkung für zukünftige Energiegemeinschaften
  • Wissensaufbau bei Netzbetreiber, Technologiepartnern und Teilnehmern

Transparenz und Sichtbarkeit

Für Interessierte wurden zwei Informationsplattformen entwickelt:

  • www.murauer-energiegemeinschaften.at – Überblick über alle Energiegemeinschaften der Region
  • eeg.murauergreenpower.at – Details zur EEG Murau inkl. direkter Anmeldemöglichkeit

Kontakt zum #Reallabor Murau

Für allgemeine Anfragen steht Ihnen das Team des #Reallabor Murau von der Holzwelt Murau zur Verfügung. Sie erreichen uns unter reallabor@holzwelt.at 

Projektbeteiligte:

  • AEE – Institut für Nachhaltige Technologien
  • Biowärme Lachtal GmbH
  • Biowärme St. Georgen ob Murau GmbH
  • Brauerei Murau eGen
  • ed-energiedigital GmbH
  • EEG Elements Energy GmbH
  • E-Mobilitätszentrum 4u GmbH
  • Energienetze Steiermark GmbH
  • Enery Development GmbH
  • Fechner Hubert Dipl.Ing.
  • HyCentA Research GmbH
  • KNG-Kärnten Netz GmbH
  • Montanuniversität Leoben Lehrstuhl für Energieverbundtechnik (EVT)
  • Murauer GreenPower eGen
  • Murauer Stadtwerke Gesellschaft m.b.H.
  • NIG GmbH
  • Obersteirische Molkerei eGen Wärmeliefergemeinschaft St. Lambrecht registrierte Genossenschaft m. b. H.

Projektlaufzeit:
Start: Oktober 2024
Ende: September 2029

Projektleitung:
Holzwelt Murau

Kontakt:
Mag. Erich Fritz
Bundesstraße 13a
8850 Murau
reallabor@holzwelt.at
Tel. +43 3532 20000 11
web https://www.holzweltmurau.at